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Donnerstag, 29. September 2016

Mit der Ausbreitung der Probleme bei der Deutschen Bank zeigt sich eine massive Dollarknappheit



Von Tyler Durden für www.ZeroHedge.com, 29. September 2016



Ein "Sturm im Wasserglas" ist das eher nicht.

Auch wenn die globalen Märkte (mehr oder weniger) ruhig bleiben und von den OPEC Schlagzeilen, der US "Wahlunterhaltung" und den Stellvertreterkriegen im Mittleren Osten abgelenkt sind, so ist doch klar, dass sich in Europa gerade etwas sehr hässliches am beschleunigen ist. Der Zusammenbruch der "systemisch gefährlichsten Bank der Welt" sollte uns nicht wirklich überraschen, allerdings wird der Absturz der Deutschen Bank vom Durchschnittspersonal in den Mainstream Medien beharrlich ignoriert.. und sowieso, die Zentralbanken werden uns ja retten, nicht wahr?

Nun, die Ansteckung an der Deutschen Bank verbreitet sich gerade... rasant.

Nach den Hochs der Bank vor kurzem brach die Tauschrate zwischen Euro und Dollar ein..



Einfach gesagt - dieses Diagramm misst den Grad an Dollarknappheit im Verlauf der Zeit (also die Bereitschaft Geld auszugeben, um an Dollar heranzukommen) - und je niedriger das Niveau, desto verzweifelter versuchen sie an Dollar heranzukommen.

Und nein, das ist kein bilanztechnisches Problem..


Immer noch nicht überzeugt? Dann sollte man sich erklären können, warum die europäischen Banken ihre Nachfrage nach Dollar innerhalb der 7 Tage Leihfrist der EZB um 2000% gesteiegert haben...



Wie @Landonthomasjr bei Twitter anmerkt:
Die Aktionäre der Deutschen Bank haben 13,5 Milliarden Euro an Werten. Die Deutsche Bank hat 19,3 Milliarden an Boni ausgezahlt. Vielleicht hätten sie einen Teil des Geldes einbehalten sollen..?

Die Liquiditätssorgen drücken massiv... und das vor Deutschlands Bankfeiertag am Montag.

Bill Blain von Mint machte sich - in seinem Morgenmüslikommentar - ein paar "marktrealistische" Gedanken dazu:

Währenddessen war Mario Draghi gestern in einer "robusten" Form, als er Europas schwacher politischer Klasse von der Notwendigkeit weiterer struktureller Reformen erzählte - blabla, das übliche - aber auch, dass es für die Erholung Europas einen Politikwechsel geben muss. Optimale Fiskalpolitik? Das wäre jedenfalls interessant.

Die Wahrscheinlichkeit einer Bankenblamage in Deutschland bedeutet, dass seine Kommentare über die Fähigkeit von Banken, in einem Nullzinsenumfeld erfolgreich zu agieren ganz besonders erhellend waren.

Mal sehen.. wenn die Zinsen bei Null liegen, dann zahlen die Geldleiher keine Zinsen und können ihren Kunden unendlich viele Kredite geben? Dann hätten die Banken keinerlei Kreditausfälle und es wäre folglich unmöglich für sie pleite zu gehen..

Plötzlich ging mir ein Licht auf!

Die Nullzinspolitik der EZB ist absolut genial. Das europäische Bankenwesen ist repariert und man muss sich über gar nichts megr Sorgen machen. (Vorsicht: Sarkasmus!)

Mein Tag begann im Bloomberg Studio, wo ich etwas überrascht war, als ich einen Kommentar vom Vorstand von Man las, wonach die Deutsche Bank "gesund" sei. Ja klar..

Ich wäre mir da nicht so sicher.

Banken sind ziemlich komplexe Plagegeister. Sie sind definitiv nicht einfach strukturiert. Eine Bank wiederzubeleben ist komplex. Wer eine Bank neuerfinden muss - und das wird bei der Deutschen Bank, UBS, CS und anderen gerade verzweifelt versucht - der hat einen Auftrag, der nicht mehr als eine Liga unterhalb von Unmöglich ist.

Dieses Jahr sahen wir bereits, wie die Rohstofffirma Glencore am Rande des Zusammenbruchs taumelte. Dort wurde entschieden gehandelt, ein klarer Plan aufgesetzt und nun sind sie zurück unter den Lebenden. Das wird bei den Banken nicht passieren. In meinen 30 Jahren im Markt ist mir keine einzige Bank in Erinnerung, die in Schwierigkeiten geriet, um danach zurück zu kommen. Wenn eine Bank erst Mal in der Kälte steht, dann bekommt sie bald schon eine Lungenentzündung.

Die Deutsche Bank - und die anderen - sind alles andere als gesund. Sie müssen sich neuerfinden. Die Nachrichten gestern waren verhalten positiv. Gerüchte gingen um, dass ein Staatsfond einsteigen wollte, dass es ein Hilfsprogramm durch die deutsche Regierung gab, aber die Realität wird vermutlich aus einem weiteren Abschmieren bestehen. Sollte sich das ganze in eine volle Krise entwickeln, dann wird jede mögliche Rettung zum Preis kommen, dass die Kapitalseite daran beteiligt wird (was Schockwellen durch die gesamte Branche schicken wird), und dass die Schuldner der Bank eingehend/unausweichlich auf ihre Forderungen verzichten müssen.

Andere sagen, die Hauptschuldner sind sicher. Das können sie gerne so denken. Rufen Sie mich doch bitte an und sagen Sie mir: Wie viel wollen Sie kaufen?
 Die Bestätigung, dass es ein Problem gibt gabs hier:

*Dijesselbloem wiederholt, die Deutsche Bank erfüllt die Kapitalanforderungen.

Das Verleugnen geht also munter weiter... wie auch die Schuldzuweisungen..

Das US Justizministerium brummte der Deutschen Bank eine hohe Strafe auf und meinte sie sei "schädlich für die Finanzstabilität," wie der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem am Donnerstag in Den Haag Abgeordneten mitteilte.

Die US Strafen gegen europäische Banken sind "wiederholt so hoch, dass das gesamte Geld, das die Europäischen Banken auf dem internationalen Markt machen, darunter auch mit US Investoren, von der US Regierung eingesammelt wird. Das ist das Risiko für die Finanzstabilität und das beunruhigt mich sehr."

Sollte die Deutsche Bank die 14 Milliarden Dollar Strafe zahlen müssen, werden sie ihr Grundkapital verringern, und dann werden sie neues Kapital einsammeln müssen.

Die Deutsche Bank wird einiges "zurück zu alter Ordnung bringen" müssen.

Auf die Liste jener Dinge, von denen sich die "Eliten" distanzieren, kann man die Tatenlosigkeit beim Abschied der Deutschen Bank hinzufügen. Es geht nur noch ums Verleugnen...

Die Probleme der Deutschen Bank entsprächen nicht Europas Lehman Brothers Moment, wie österreichs Finanzminister am Donnerstag sagte, auch wenn er warnte, auf die Gläubiger in der Region würde eine weitere Profitabilitätskrise zukommen.

"Nach der Finanzkrise haben wir noch nicht alle Bankenprobleme bereinigt... allerdings bin ich sehr überzeugt, dass wir keine Bankenkrise haben, wir haben lediglich eine Profitabilitätskrise in unseren Banken."


Im Original: Major Dollar Shortage Exposed In Europe As Deutsche Bank Contagion Spreads

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