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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Die CIA und ihre allzu engen Verbindungen zu Zeitungen wie der Washington Post


Die CIA, die Washington Post und Russland - was uns nicht mitgeteilt wird. Von Carey Wedler für www.TheAntiMedia.org, 19. Dezember 2016

Laut eines Artikels der Washington Post (WaPo), der ohne jegliche Beweise auskommt, haben anonyme CIA Vertreter bestätigt, dass die russische Regierung die US Präsidentschaftswahlen zugunsten von Donald Trump gehackt hätten. Auch wenn es durchaus möglich ist, dass die russische Regierung versuchte, die Wahlen zu beeinflussen, so wurde die WaPo von vielen Seiten dafür kritisiert - es war das zweite Mal innerhalb eines Monats - dass sie dabei grundlegende journalistische Standards missachtet hat. Nichtsdestotrotz blieb der Inhalt der Geschichte irgendwie hängen.

Die Beziehungen zwischen der Zeitung und der CIA sind dabei nichts neues. Im Jahr 2013 kam es zu einem Interessenkonflikt, kurz nachdem Jeff Bezos, der Gründer und Chef von Amazon, die Zeitung kaufte. The Nation berichtete damals das folgende dazu:


"[Jeff Bezos] sicherte sich vor kurzem einen 600 Millionen Dollar Auftrag von der CIA. Das ist mindestens doppelt so viel, wie er dieses Jahr für die WaPo zahlen musste. Bezos verkündete vor kurzem, dass die Internetdienstsparte seines Unternehmens für die Daten der CIA eine 'Privatwolke' aufbauen würde."

Als das passierte gab es eine Petition, die forderte, dass die WaPo ihre neuen Verbindungen zur CIA offenlegen soll, wenn sie über die Behörde berichtet, wobei die Petition 30.000 Unterschriften erhielt. Laut der RootsForAction Petition:

"Die WaPo berichtet oft über CIA Aktivitäten. Dieser Berichterstattung sollte hinzugefügt werden, dass der Eigentümer der Zeitung auch der Haupteigentümer von Amazon ist - und Amazon nun unmittelbar mit der CIA sehr profitable Geschäfte tätigt."

Robert McCesney vom Institute for Publublic Accuracy [Institut für öffentliche Genauigkeit, d.R.] wies auf diesen offenen Interessenkonflikt hin:

"Wäre ein offizieller Feind der Vereinigten Staaten in einer vergleichbaren Situation - sagen wir der Eigentümer einer wichtigen Zeitung aus Caracas erhält einen 600 Millionen Dollar schweren Geheimvertrag von der Maduroregierung - dann würde die WaPo den heulenden Chor gegen diese Zeitung und ihre Regierung anführen, da diese die Pressefreiheit verhöhnen. Es ist an der Zeit für die WaPo, eine Dosis ihrer eigenen Medizin zu schlucken."

Im neuesten Artikel über die CIA Behauptungen eines russischen Hackerangriffs erwähnte die Zeitung ihre Verbindungen zur CIA nicht. Da diese Verbindung aber ernste Fragen aufwirft über ihre Selbstdarstellung, ein Lieferant "großartigen Journalismus" zu sein, so ist diese Verbindung zwischen der Behörde und der Zeitung alleine noch lange nicht genug, um eine verruchte Zusammenarbeit der beiden zu beweisen.

Unglücklicherweise aber gibt es Fälle aus der Vergangenheit, in denen es zur Zusammenarbeit der CIA mit Nachrichtenmagazinen gab, darunter auch die WaPo.

Im Jahr 1977 schrieb Carl Berstein, ein ehemaliger WaPo Journalist, über die Bemühungen der CIA, die Nachrichtenmedien zu infiltrieren, wobei sie vom Spitzenmanagement der Zeitungen oftmals Hilfe bekamen. Insgesamt waren dabei laut Bernstein 400 Journalisten involviert:

"Journalisten boden die ganze Palette verdeckter Dienstleistungen - von der einfachen Informationssammlung bis hin zu Botendiensten für Agenten in kommunistischen Ländern. Journalisten teilten ihre Notizbücher mit der CIA. Redakteure teilten ihre Mitarbeiter. Einige der Journalisten gewannen den Pulizerpreis, es waren etablierte Journalisten dabei, die sich als Botschafter ihres Landes ohne Aufgabenbereich verstanden... in vielen Fällen zeigen CIA Dokumente, dass Journalisten Tätigkeiten für die CIA erledigten und die Leitungsebene von Amerikas Nachrichtenorganisationen ihr volles Einverständnis dazu gaben."

Auch wenn Bernstein die WaPo in diesem Artikel nicht als Täter nennt, so arbeitete die CIA laut dem Pulitzerpreisgewinner Tim Weiner neben anderen Zeitungen direkt mit der WaPo zusammen. In seiner umfassenden Aufarbeitung der CIA Geschichte "Legacy of Ashes" [Vermächtnis aus Asche, d.R.] schrieb Weiner über den ersten offiziellen Chef der CIA Allen Dulles:

"Dulles stand in engem Kontakt mit den Männern, welche die New York Times, die Washington Post und das führende wöchentliche Nachrichtenmagazin des Landes leiteten. Er konnte zum Telefonhörer greifen und direkt eine Nachrichtengeschichte verändern, dafür sorgen, dass verdächtige ausländische Journalisten entlassen wurden, oder sich die Dienste von Personen sichern, wie dem Leiter des Berlin- oder Tokiobüros des Time Magazines.

Es war Dulles zweite Natur, Geschichten in der Presse zu platzieren. Die amerikanischen Nachrichtenbüros wurden dominiert von Veteranen der Kriegspropagandaabteilung der Regierng, dem Büro für Kriegsinformation."

Dulles Amtzeit lag in den 1950ern und im Jahr 1954 liessen Zeitungen wie die New York Times oder die WaPo Andeutungen fallen, dass der demokratisch gewählte Anführer von Guatemala Verbindungen zur Sowjet Union unterhält und entsprechend bearbeitet werden muss. Die amerikanischen Nachrichtenmedien hafen dabei, die öffentliche Unterstützung zu gewinnen, um einen von der CIA organisierten Putsch durchzuführen (interessanterweise brachte auch die New York Times vor kurzem einen Artikel, in dem eine anonyme Quelle aus der CIA behauptete, dass Russland die Wahlen gehackt hat). Damals hat der Leiter des CIA Planungsdirektoriums Frank Wisner - und den Bernstein als eine der Schlüsselpersonen bei den CIA Beziehungen zu Nachrichtenmagazinen nannte  - die Artikel der WaPo persönlich gelobt.

Angesichts dieser historischen Beziehung ist es kein Wunder, dass die WaPo und die CIA auch in jüngerer Vergangenheit zusammengearbeitet haben.

In den 1990ern setzte der damalige CIA Direktor Bill Casey einen Mann namens Max Hugel als Leiter der klandestinen Dienstabteilung ein, einer kleinen Abteilung innerhalb er CIA. Einigen Agenten gefiel die Personalie aber nicht. Weiner erklärte dazu:

"Sie haben dann Dreck über ihn ausgegraben, das ganze an die WaPo gefüttert und innerhalb von weniger als zwei Monaten war er weg vom Fenster."

Ob die WaPo wusste, dass sie als Werkzeug für eine Intrige unter Agenten in der CIA verwendet wurden oder nicht macht nur wenig Unterschied. Bestenfalls waren sie "nützliche Idioten" für die Intriganten innerhalb der Behörde; bestefalls halfen sie bei den internationalen Machenschaften einer Geheimdienstbehörde.

In den Bush Jahren diente die WaPo den sich bekriegenden Fraktionen innerhalb der CIA erneut als Plattform, als die Agenten gegen Porter Goss rebellierten, den Direktor, der George Tenet nach dessen Abgang ersetzte. Goss hat versprochen, den kaputten Ruf der Behörde wieder herzustellen, verärgerte mit seinem scheinbar radikalen Ansatz allerdings einige der Agenten. Laut Weiner nutzten die Agenten die Los Angeles Times, um Goss zu kritisieren (die LA Times bekam vor kurzem heftigen Gegenwind, nachdem einer ihrer Journalisten dabei erwischt wurde, als er seine Geschichte vor der Veröffentlichung mit der CIA absprach). Und die Agenten nutzten auch die WaPo, um Goss zu beschmieren:

"John McLaughin, der die Behörde als Interimsdirektor zusammenhielt, nachdem Tenet zurücktrat lieferte einen weiteren Gegenschlag. Die CIA sei keine 'dysfunktionale und eigenhändig agierende Behörde,' schrieb er in der WaPo. 'Die CIA agiert auch nicht institutionell gegen den Präsidenten.'

Weiner merkt an, dass "in all den Jahren, in denen die Behörde die Presse für sich in Anspruch genommen hat, ihr Direktor von den führenden Geheimdienstvertretern des Landes kein einziges Mal kristisert wurde."

Die CIA nutzte ihre Medienmacht auch, um eine Geschichte zu versenken, die in den 1990ern veröffentlicht wurde und bei der es um eine mögliche Verwicklung der Behörde in den globalen Drogenhandel und das Aufkommen von Crack in schwarzen Gemeinschaften ging. Der Journalist Gary Webb schrieb einen explosiven investigativen Artikel, in dem er die Behörde mit den Kämpfern Contras in Nicaragua und dem heimischen Drogenmarkt verknüpfte. Auch wenn der Artikel einige Mängel aufwies und einiges davon bereits bekannt war, wie Peter Kornbluh vom Columbia Journalism Review anmerkte, so hat der Artikel auch "eine bedeutende Geschichte aufbereitet, die von den Mainstream Medien aus unerfindlichen Gründen ignoriert wurde, und weitere Dimensionen hinzugefügt und sie so zurück auf die nationale Tagesordnung brachte, wo sie auch hingehört."

Sechs Wochen, nachdem die Geschichte erschien schlug die PR Maschine der CIA zurück. The Intercept merkt an, dass die "CIA die Entwicklung eng mitverfolgte, und mit den Medien dort kollaborierte, wo es möglich war, um Webbs Artikel die Glaubwürdigkeit zu nehmen."

The Intercept fasste die Aussage von Nicholas Dujmovic zusammen, der damals im CIA Geheimdienstdirektorat angestellt war:

"Die Behörde belieferte die Presse, 'wie auch ehemalige Behördenvertreter, welche die Behörde in Interviews mit den Medien mit ausgeglicheneren Versionen der Geschichte vertraten,' schrieb Dujmovic. Die WaPo erwies sich dabei als besonders hilfreich. 'Wegen des Rufs der WaPo im Land wurden deren Artikel von anderen Zeitungen besonders gerne weiterverbreitet, was dabei half gegen die San Jose Mercury News einen, wie es Associated Press nannte, "Feuersturm der Reaktionen" verursachen.' In den nachfolgenden Monaten gab es bei weitem mehr kritische Medienberichte gegen die Serie ('ausgeglichenere Berichterstattung) als unterstützende Artikel, eine Entwicklung, welche von der CIA bei der WaPo, der New York Times 'und insbesondere bei der Los Angeles Times' angestossen wurde."

Angesichts der langen Reihe von Gelegenheiten, in denen die CIA die Medien nutzte, um sowohl interne als externe politische Ziele zu erreichen ist es möglich - wenn auch zugegebenermaßen völlig spekulativ - dass auch diese WaPo Geschichte über Russland ein weiteres Beispiel dafür ist, wie die Geheimdienstbehörde die Zeitung als Werkzeug zum Erreichen ihrer eigenen Ziele verwendet.

Unabhängig davon lässt sich sagen, dass die WaPo weiterin anonyme Stellungnahmen der Behörde als Tatsachen darstellt, was dazu führt, dass zahllose andere Mainstream Medienangebote die Geschichte nachplappern. Auch wenn es durchaus möglich ist, dass Russland versuchte, die US Wahlen zu beeinflussen, so gibt es nur wenig Anlass, den Informationen eines Mediums zu vertrauen, die mit der Behörde kollaboriert, die diese Behauptungen in die Welt setzt.

Sollten allerdings tatsächlich Beweise eines russischen Hackerangriffs auftauchen, dann wird die WaPo so ziemlich die erste Zeitung sein, die darüber berichten wird.





Im Original: The CIA, Washington Post, and Russia: What You’re Not Being Told

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