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Dienstag, 10. Januar 2017

Jugendarbeitslosigkeit in Italien springt auf 39% - Überall im Land lodern Krisen

Italien bei Nacht: Ein Licht für jedes Problem

Die italienische Wirtschaft zeigt Zeichen einer ernsten Krise angesichts neuer Zahlen, nach denen die Arbeitslosigkeit am ansteigen ist. Von Siobhan McFadyen für www.Express.co.uk, 9. Januar 2017

Beunruhigenderweise bereiten sich einige der größten Unternehmen Italiens auf Entlassungen vor, während das Land gleichzeitig von einer großen politischen Unsicherheit geplagt wird und die Finanzkrise sich weiter verschlimmert.

Die kommenden zwei Wochen werden zudem für den neuen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni sehr nervenaufreibend, da er die Folgen eines weiteren möglicherweise schädlichen Referendums erwarten muss.

Italiens Verfassungsgericht wird eine Entscheidung treffen über ein Referendum zur Arbeitsmarktpolitik, das von Italiens größter Gewerkschaft angestrengt wird.

Sollte es zum Referendum kommen, dann könnte dies in einer vorgezogenen Neuwahl enden, wobei das Land noch immer Matteo Rendis Rücktritt von letztem Monat verarbeiten muss.

Italiens Arbeitsmarktreform war ein Kernanliegen von Renzis Amtzeit, allerdings griffen die Gewerkschaften ein, um ihn davon abzuhalten, das Arbeitsmarktgesetz abzuschaffen, da sie befürchteten, es könnte Angestellte in präkere Verträge drücken.

Diese Woche nun kündigten die größten Unternehmen des Landes, darunter Banken und die Fluglinie, Arbeitsplatzstreichungen an, während das Land gleichzeitig mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit rechnen muss.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf 39 Prozent gestiegen, wobei nun 627.000 Menschen im Alter bis zu 25 in dem krisengeschüttelten Land arbeitslos sind.

Die Gesamtarbeitslosenquote stieg auf den höchsten Wert seit Juni 2015, wobei vielen Familien wegen der Massenentlassungen eine sehr unsicheren Zukunft bevorsteht.

Die neue italienische Regierung sucht verweifelt nach einem Rettungsplan für die sich in Schieflage befindliche Banca Monte dei Paschi di Siena.

Allerdings sieht es auch in anderen Bereichen nicht gut aus.

Laut Berichten plant die Fluglinie Alitalia einen Arbeitsplatzabbau von 1.600 Mitarbeitern.

Gleichzeitig kündigte Italiens größte Bank, die UniCredit an, dass auch sie tausende Arbeitsplätze streichen wird, um ihre Finanzen zu bereinigen.

Die Chefs sagen, die Gesamtzahl der zu erwartenden Kündigungen der in Mailand ansässigen Bank wird bis 2019 wahrscheinlich bei 14.000 Stellen liegen.

Zusätzlich könnte auch Ericsson AB ein Viertel seiner lokalen Arbeitskräfte verlieren, was 1.000 Mitarbeitern entspricht, nachdem sie den Vertrag verloren haben, Italiens größtes Drahtlosnetzwerk zu betreiben.

Analysten warnen auch vor den düsteren Aussichten für die Staatsanleihen des Landes, da die DBRS Bewertungsagentur für den Freitag eine Abertung angekündigt hat.

Fabio Balboni, der Volkswirt für Europa bei der HSBC sagt, dass Italiens langfristige Zukunft sich in den kommenden Wochen entscheiden wird. Er sagte:

"Am 13. Januar wird DBRS seine Aussichten für Italien bekanntgeben.

Die DBRS ist die einzige Agentur, die Italien noch immer mit einem A bewertet, wobei eine mögliche Abwertung zu größeren Abschreibungen von Schulden und anderen Werten durch die EZB führen könnte[..].

Auch wenn die direkten Auswirkungen auf die Banken wahrscheinlich nicht groß sind, so könnte es zur negativen Marktaussicht für italienische Schuldanleihen beitragen.

Wir sehen noch immer Wahlen im zweiten Quartal 2017, oder möglicherweise nach dem Sommer, falls das Referendum zum Arbeitsmarktgesetz abgelehnt wird.

Die neue Interimsregierung hat Ende 2016 auch einen weiteren Bankenrettungsfond über 20 Milliarden Euro (1,2% des BIP) freigegeben, der als erstes bei der Monte dei Paschi di Siena zum Einsatz kam.

Solch ein Fond ist aber noch keine umfassende Lösung für die Probleme in Italiens Bankensektor, der wohl auch 2017 das Schlüsselthema bleiben wird."




Im Original: Youth unemployment in Italy skyrockets to 39% as country braces for Jobs Act referendum

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